Kita Maiwiese


 

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“Das Weser-Gymnasium hat mit der Stiftung ein Konzept der Begabtenförderung entwickelt, das die individuelle Förderung besonders  begabter Jugendlicher durch entsprechende Angebote ermöglicht. Die  Ausbildung von 4 unserer Lehrkräfte zum “ECHA-Spezialisten” (Experten der Begabtenförderung) ist bei der Umsetzung besonders hilfreich.”  Barbara Erdmann, Projektleiterin Begabtenförderung am Weser-Gymnasium, Vlotho

“Um besonders begabten Kindern vom Kindergartenalter bis zu den weiterführenden Schulen kontinuierlich Fördermöglichkeiten anzubieten, habe ich die Einrichtung einer Koordinierungsstelle im Kreis Herford initiiert. Dank der Stiftung, die nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell dieses Vorhaben unterstützt, konnte u. a. das ECHA-Diplom von 3 Lehrerinnen finanziert werden.” Jutta Schattmann, Schulamtsdirektorin Kreis Herford

Den Originalbeitrag aus "Stiftung&Sponsoring" finden Sie mit freundlicher Genehmigung des Verlages hier als pdf-Datei

„In Deutschland gibt es etwa eine Million Kinder und Jugendliche, die überdurchschnittliche Begabungen haben,“ erläutert Ingrid Pieper-von Heiden, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bildung zur Förderung Hochbegabter einleitend. Die Stiftung macht sich für die Förderung Begabter und Hochbegabter stark. Der Reiz der Förderung liegt im Nutzen, den auf der einen Seite die Jugendlichen aus der speziellen Förderung ziehen – auf der anderen Seite aber auch die Wirtschaft und der Standort Deutschland. „Das war die Grundidee zur Gründung der Stiftung Bildung,“ erläutert die Vorsitzende. Die Bundesrepublik sei ein rohstoffarmes Land im Vergleich zu anderen, also müsse aus dem „Rohstoff“ Begabung das Maximum herausgeholt werden. Wenn die Kinder an unseren Schulen weiterhin so gefördert würden wie bisher, bekämen Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung zwar die Guten, aber nicht die Besten, erklärt Ingrid Pieper-von Heiden.
Die Besten sind längst durch den Rost gefallen, bevor gezielte Fördermaßnahmen einsetzen.“
Das ist das Hauptargument für die Frühförderung, die sich die Stiftung Bildung zum Ziel gesetzt hat. So werden in Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte Maiwiese in Herford schon die Kleinsten betreut und speziell gefördert. Von dort aus werden sie weiter über die Grundschule Altensenne in Herford und später auf dem Weser-Gymnasium in Vlotho besonders gefordert und gefördert. „So können Kinder in dieser Region von der Grundschule bis zum Schulabschluss speziell betreut und begleitet werden!“, führt die Vorsitzende der Stiftung aus. Die Kinder sind ganz begeistert von den Möglichkeiten in der KiTa, vor allen Dingen, die Arbeit am Mikroskop, dessen Anschaffung die Stiftung ermöglichte, macht ihnen Spaß.
Auch in der Sekundarstufe I des Weser-Gymnasiums in Vlotho machen sich bereits erste Fortschritte bemerkbar.

"Lernen kann Spaß machen"

 Alle Schüler sehen nur Vorteile im Programm der Stiftung Bildung „Es ist erstaunlich, wieviel Spaß Lernen machen kann. Manchmal ist es zwar stressig, alles unter einen Hut zu bringen, aber ich kann mir meine Zeit frei einteilen und die Fächer Astronomie und Hocharabisch und Japanisch sind schließlich sehr interessant und bieten Chancen für später,“ so die einhellige Meinung.
Ins Leben gerufen durch Ingrid Pieper-von Heiden und gestiftet vom Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, wurde die Stiftung 2001 gegründet. Die Projektförderung umfasst unter anderem:

- Ausbildung von Erziehern und Lehrern zum  ECHA-Zertifikat bzw. Diplom (ECHA = European Council for High Ability) am Internationalen Centrum für Begabungsforschung der Universität Münster (ICBF)

- Spiel- und Arbeitsmaterialien für Hochbegabte sowie zusätzliche Ausstattung für die Kindertagesstätte Maiwiese

- Aufbau und Bereitstellung von Fachliteratur an der Grundschule Altensenne für den Umgang von Lehrerinnen und Lehrern mit Hochbegabten im Kreis Herford

- Organisation und Finanzierung eines "Parallelunterrichtes" für Hochbegabte am Weser-Gymnasium in Vlotho für die Jahrgänge der Sekundarstufe I in den Fächern Astronomie, Java-Programmierung, Japanisch sowie Hoch-Arabisch

 

Das Besondere dabei: Der Unterricht in diesen Fächern findet parallel zum Regelunterricht statt, von dem die ausgewählten Schülerinnen und Schüler entsprechend befreit werden. Die so Geförderten verpflichten sich im Gegenzug, den versäumten Unterrichtsstoff in den Regelfächern eigenverantwortlich nachzuarbeiten.

Die Stiftung selber ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich durch Spenden. Die Tatsache, dass es keinen großen Verwaltungsapparat
gibt, sondern der Vorstand ehrenamtlich arbeitet, noch dazu eine flache Hierarchie und klare Aufgabenverteilung ermöglichen es, mit vergleichsweise wenig Mitteln für den Verwaltungsaufwand auszukommen. Vor allen Dingen haben die Lehrer und Gruppenleiter, die sich nach den Richtlinien der „ECHA“ ausbilden ließen, viel Zeit in ihrer Freizeit investiert.
Der Ausbildungsgang zum Diplom
„Specialist in Gifted Education“ wurde an der Universität Nijmegen in Kooperation mit dem European Council for High Abilitiy (ECHA, siehe oben) entwickelt und vom ICBF (Internationales Centrum für Begabungsforschung) an der Universität Münster für Deutschland weiterentwickelt. Die Zusatzausbildung richtet sich vor allem an Lehrpersonen, um diese zu befähigen, begabten Kindern und Jugendlichen einen begabungsfördernden Unterricht in der Schule anzubieten.
Die Ausbildung umfasst insgesamt ca. 500 Stunden und besteht aus einem theoretischen und einem praktischem Teil. In der Weiterbildung werden die jeweils aktuellen Ergebnisse der Begabungsforschung und Begabtenförderung des ICBF einbezogen. Die Ausbildung wird von Prof. Dr. Franz J. Mönks, Dr. Willy Peters, Dr. Christian Fischer und weiteren in der Begabungsförderung tätigen Referentinnen und Referenten durchgeführt. Der theoretische Teil beinhaltet neben
(Hoch-)Begabungskonzepten vor allem Möglichkeiten der Identifizierung und Förderung besonders begabter Kinder im schulischen und außerschulischen Kontext. In den Literaturzirkeln wird dazu die Pflichtliteratur gemeinsam mit einer Mentorin erarbeitet. Der Theorieteil wird mit einer Klausur abgeschlossen. Der praktische Teil umfasst neben Exkursionen zu Einrichtungen der Begabtenförderung vor allem die praktische Arbeit mit begabten Mädchen und Jungen. Diese soll in Form eines Projektes zur schulischen Begabtenförderung im Rahmen der Diplomarbeit dokumentiert werden. Der Praxisteil wird mit der Besprechung der Diplomarbeiten beendet. 

Weitere Informationen über das Internationale Centrum für Begabungsforschung finden Sie unter: www.icbf.de

Foto: „kitamaiwiese“, Neue Westfälische, Kiel-Steinkamp;

Auf dem Bild: vorne von links: Kea, Christian, Jan-Leopold, Lars-Frederik; hinten: die Erzieherinnen Malgosia Lademann-Böhmer und Anica Kupczyk (rechts), Ingrid Pieper-von Heiden (Mitte)